1. Olrrlstim triumpbans von Deger. Vier Wäch-ter an dem Grabe, aus welchem Christus cmpor-schwcbt. Die Anordnung des Ganzen scheint durch-aus verfehlt, die Gruppiruug gesucht, theatralischgezwungen, die Hauptfigur selbst gedrängt, mensch-lich verzogen; ihre Ertrcmitaten sind offenbar zuklein gegen die ganze Figur. Man sieht diesemChristus das menschliche Modell an, welches demMaler gesessen hat, und, um nach Didcrots Idee zusprechen, aus jeder der Gliedmaßen wurde die Na-tur, falls man sie fragte, einen auserercirten, schonetwas säbelbeinig gewordenen Husaren, aber keinenChristus erblicken, an dem die ganze Schöpfung allihre edlen Formen verschwendet hat. Ebenso miß-fällig betrachtet man die vier Wachen, zwei davonDamen gleich, welche eine Ohnmacht zu erheuchelnim Begriffe sind. Weder römische Soldatcnzuchtgewahrt man, noch Kleidung römischer Krieger, manvermißt überall die Wahrheit, an deren Stelle eineschwülstige Phantasie getreten ist. Aber das Colorit,desHLlldeS ist ausgezeichnet*).
*) Ich würde diese Bemerkungen über Degers Bild, welcheich in dem ersten aesthetischen Unwillen niederschrieb, ingegenwärtiger Schrift weggelasten haben, wie eine an-ständige Kritik eS de» Künstlern schuldig ist, wenn dieKunst nicht das Gegenthcil von mir verlangte. — EinigeBerliner Recensenten haben bei Gelegenheit der dortigenAusstellung dies gegenwärtige Bild bis in den Himmelerhoben. Sie nennen eS ein Epoche machendes Bild,ein solches, welches sich nicht in die seitherige Theoriehinein classificiren ließe, man deutete sogar an, es lägenneue kirchliche Wahrheiten und Offenbarungen darin, jaich glaube, man hätte es gern unter die symbolischen