Druckschrift 
Die Düsseldorfer Maler-Schule in den Jahren 1834, 1835 und 1836
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

74

geschmückten Ehordiener einherschreitet. Der einfacheAnzug den Priesters paßt nicht zu dem festlichenSchmucke des Dieners, und dem wohlgegründetenRitus ist cs zuwider, daß die Leuchte, zugleich zurErhellung des Weges und als symbolisches Zeichendienend, dem Priester uachgctragen werde. Endlichkann man die im byzantinischen Style erbaute Kir-che, welche die des Mönches zu sein scheint, nichtgut in dem Besitze eines Ordens denken, der so jungund arm ist, wie der der kratruin sti. kraneisei.

18. DicHussitenprcdlgt eine Skizze vom Vorigen(Lcsstngy. Es ist das großartigste Bild der ganzenAusstellung. Auf einer Anhöhe steht der Prediger, einwilder kräftiger Krieger von mittlerem Alter. Tieferund an dem Fuße der Anhöhe stehen und kniecn seineZuhörer, Männer, Weiber und Kinder. Im Hinter-gründe lodert eine Stadt in Flammen. Die Anord-nung ist nntadelhaft, das ganze Bild voll Kraft undLeben. Der Prediger, soll cs der tapfere, schrcckli-liche Johann Ziöka, oder der wilde, strenge AndreasProcopius Rasa sein, ist das vollkommenste Bild,welches man sich von dem verkommenen, verwilder-ten Schwärmer jener rohen Zeit denken kann. Nochrauchend von Mord, die Blutgier im Herzen, hälter den Kelch vor sich hin, während sein wild schreck-liches Gesicht, seine im fanatischen Zorne glühenden,und ob gräßlicher Dcrbrechcr-Thaten verstörten Au-gen beredt das religiöse Wort begleiten, welches erzu der Menge spricht. Die Zuhörer sind ganz dasRache schnaubende, blutdürstige, brandstiftcnde, reli-giös mordende, in Leidenschaft verkommene, verbre-cherisch-devote Hussitcnvolk jener Zeit. In jedemderselben spiegelt der seiner noch nicht mächtige