die Darstellung von Katzen möchte der Maler wohletwas mehr Fleiß verwenden.
9. Der Wilddieb von Wilhelm Heine ansDüsseldorf. Auf einem starken Baumstämme ganzim Vordergründe des Gemäldes erblickt man ihn inhalbliegendcr, halbsitzender Stellung. Es ist einekräftige, muscnlöse Figur mit bestimmten Zügen undstark von der Sonne gebrannter Hautfarbe, üiach-laß ig bekleidet mit einem einfachen grauweißen Kit-tel, olivcnfarbigen kurzen Beinkleidern, wie sic vonLandlcuten getragen zu werden pflegen, und weißen,blau gestreiften Kamaschcn, hat er an einem GurtePnlverhorn und Jagdmesser hangen. Augenscheinlichist er so eben aus seiner Ruhe durch ein Geräuschaufgcschrcckt, denn das vcrräth seine halbanfgeriehtetcStellung, in welcher das eine Bein noch auf demBaumstamme ruht, während das andere schon denBoden berührt. Im Bewußtsein der Schuld stiertunverwandt der Blick nach der Gegend hin, von wo-bcr die Störung vernommen worden ist, und bereitschnell anfzustchcn, und jedes Zufalles gewärtig, hatdie eine Hand fest den Lauf gefaßt, während die an-dere nach dem Kolben greift. In allen seinen Zügenspricht sich die starre Entschlossenheit und eine anVerwegenheit grenzende Kühnheit ans. Es ist keineSpur von Schrecken und Furcht vor einem unerwarte-ten Ercigniß darin zu lesen, trotzig und furchtlos er-wartet er den Ausgang. Auch von den Einzclnhcitcnwendet sich unser Blick nicht unbefriedigt weg. Dieganze Anatomie des Körpers ist fleißig stndirt. DerKopf ist vortrefflich. Ebenso ist der Faltenwurf desKittels gelungen, und der Sammet an den Beinklei-dern der Natur getreu wicdergegcbcn. Nur die