liche ist, und die Zeitungen, welche vor ihnen aufdem Tische ansgebreitet sind, zeigen uns deutlich dieVeranlassung ihres Streites. Ter eine von ihnen,ein hageres Männlein, blaß von Acrger und Wuth,daß er seinen Gegner durch die nach seiner Meinungschlagenden, unwiderleglichen Beweise nicht überzeugenkann, stemmt die eine Hand geballt auf den Tisch,während er mit dem Zeigefinger der andern auf diebestrittene Stelle in der Zeitung hinweiset, und mitniedcrbohrendem Blicke auf seinen dicken Gegner, dener durch seinen unaufhaltsamen Redestrom schon zumSchweigen gebracht hat, herabsieht. Offenbar ister in der Diöpntirkunst seinem Gegner, indem erihn gar nicht zu Worte kommen läßt, weit überlegen,und dieser regt immer mehr seine Galle auf durch dieVerachtung, die er ihm beweist. In dem letztem er-scheint uns ein wohlbeleibter, stattlicher Mann, mitrothem, glänzendem Vollmondsgesichte, das der Zornund das gute Bier des Wirthes noch röther gefärbthat, so daß alle Rubinen, die dasselbe in nicht ge-ringer Anzahl zieren, in doppeltem Glanze sunkeln.Ohne sich die Mühe zu geben, oder auch vielleichtohne im Stande zu sein, die weitläufigen Auseinan-setznngen seines Nachbars zu erwidern, den er wohlgar als den ärmer» wegen seines schlichten Kittelszu gering und einer Antwort unwürdig achtet, be-gnügt er sich damit, ihm mit stolzer Verachtung denRücken zu kehren. Hinter den beiden steht mit dereinfältigsten Miene von der Welt eine bejahrte Frau.Sie ist die Wirthin, das vcrräth uns ihr Anzug,und wohl die Ehefrau des crstbeschriebencn, zu demsie sich daher auch näher hingedrängt, und dem sieim Herzen schon längst bcigcstkmmt hat. Mit ihrer
Druckschrift
Die Düsseldorfer Maler-Schule in den Jahren 1834, 1835 und 1836
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten