Arbeiten angewiesen waren, ihren Unterhalt. DieLage des DircctorS wurde mit jedem Tage schwieri-ger und undankbarer, und besonders brachten diebeiden letzten Punkte neues Mißtrauen. Der ersteZustand, den man Anfangs so sehr hcrbeigcwünscht,und widernatürlich gesteigert hatte, machte Maßre-geln uothwendig, welche, so unschuldig und noth-weudig sie sein mögen, dennoch (selbst an sich schon)hart sind, und besonders bei Instituten, wie die,von denen hier die Rede ist, hart erscheinen.
Die frühere Kunstgeschichte weiset cs nach, daßdie Jünger ihren Meister nicht eher verließen, bisihre Richtungen wesentlich auseinander wichen, oderbis der Jünger sich über seinen Meister zu einervollendeten Thätigkeit ausgcbildet hat. In diesemletzten Falle pflegte die Trennung nur selten statt zuhaben. Sonst war das Geschick des Meisters unddes Jüngers unzertrennlich. Des erstem Nnf gabihm viel Arbeit, und die Fülle der Ideen pflegte csihm unmöglich zu machen, alle selbst zu bearbeiten.Er erfand, legte die Bilder an, führte nur wenigeLicblingsidcen aus, und überließ die übrigen Aus-führungen den Jüngern, welche in seine innerstenSchöpfungen cingcwciht waren. Dieses war nichtbloß ein köstliches, würdiges Verhältnis, welches dieKunst zu einer besonder» Reife bringen mußte; son-dern es fand sich auch darin das Fortkommen, sowie der Unterhalt von Meister und Jünger gesichert.
Unsere Akademien haben ein anderes Loos. Hierist jedem seine Selbstständigkeit zugcsagt. Die ganzeAnlage geht darauf hinaus, die Selbstständigkeit so-bald als möglich herbcizuführen. Mit dem Eintrittedieses Augenblickes ist das Band zwischen Zögling