Vaterlande, gemeinsamen Institutionen und Sittenso leicht wurde, als sie schnell ein festes und innigesBand um sich schlangen, da dachte man sich denDirektor als Landsmann ohne Weiteres mit in demBunde, und glaubte nach und nach zu empfinden,(das Gefühl eines Künstlers ist zart, besonders wennes sich mit Jugend paart) daß der Director mehrNeigung für seine Landsleute habe, als für dieRheinländer. Man wollte bemerken, daß jene mitmehr Liebe behandelt würden, daß sic zu ihremDirector in einem gewissen Frcundschaftsverhältnißständen, und man wollte nicht bloß wissen, daß jenenVorschub in der Aufnahme in die Acadcmic, in derGewinnung der Stipendien und in dem Verkauf derBilder (abgesehen von dem Verein) geleistet werde,sondern auch, daß zu ihnen der Director sich aus-sprcche, und ihnen den Schlüssel zur Kunst überliefere.Die Jüngerschaft, welche die Rheinländer und Wcst-phalen gerade für sich glaubten in Anspruch nehmenzu können, fanden sie denen zugcwcndet, welche ihnengleich anfangs ein Stein des Anstoßes waren. Siefingen an, ihre Vereinzelung desto bitterer zu empfin-den, und statt durch gemeinsames Handeln, durcheine noch gesteigerte Thätigkcit mögliche Mißständezu beschworen, und durch festes Aneinandcrhaltcn,durch eine vollendete Kunstbildnng und durch Pro-duktivität zu übcrbietcn, vereinzelte man sich nochmehr, und suchte durch bloße Worte seines UnmuthesHerr zu werden.
Der erste Riß war da. Auch er wäre wohl ver-verschwundcn; es würden, dafür bürgt das Zusam-menhalten zwischen Director und Ostlandern, auch dieRheinländer nnd Westphalen Vertrauen gefaßt ha-