Es wurde folgender Prodomuö erlaffen
Andeutungen
über den
Zweck des Kunst-Vereins
für die
Nheinlande und Westphalen.
Die Kunst zeigte während ihres glücklichen Gedei-hens in Griechenland und Italien eine entschiedeneund vorherrschende Richtung, sich dem Schmucke dcSöffentlichen Lebens zu widmen, und steh in dessenZier zu verewigen.
Für Tempel und Prytaneen, für Kirchen undHallen arbeitete der Künstler in Griechenland wie inItalien. Man fand ihn da, wo man das Volk fand.Nahm auch der Einzelne sein Genie für Einzelgntin Anspruch, so geschah dies doch meistens nur fürsolche Anlagen und Raume, die nach dem Eharactcrder Zeit fast zu den öffentlichen gehörten. Wer magbei dem Vatican, bei dem Farnesischcn Pallaste, anPrivat-Gebäude in unscrm Sinne denken?
Und in der That bewahrt die Kunst durch ein sol-ches Vcrhältniß am sichersten ihren Gehalt und ihreWürde; Darstellung religiöser oder historischer Ge-genstände, bedeutende Allegorie, altclassischer Mythus— das ist es, was für das öffentliche Denkmalverlangt wird. — Schon seiner Natur nach schließtdies Alles ans, was einem niedrigen Darstellnngs-krcise sich znwendet.
Zn jenen höchsten Sphären aber hat sich von jeherauch nur das Höchste, was wir in der Kunst kennen,erzeugt und erzeugen können. Der Stoff für sich,begründet zwar keineswegs den Werth des Kunst-