132
zu einem scharfsinnigen und emsige» Forscher und Ana-lytiker selbst in Sachen machte, welche der Welt alsKleinigkeiten gelten; denn er wußte, daß in der Lite-ratur nichts an und für sich eine Kleinigkeit ist — daßoft nur eines Haares Breite eine anerkannte Wahrheitvon einer Entdeckung scheidet. Er war um so mehroriginell, als er mehr nach dem Wahren als nach demNeuen strebte. Nie sind auch nur zwei Geister sichgleich; nnd dcßwegen wird Jeder, der uns frei undoffen die Resultate seiner inner» Erfahrungen und An-schauungen mittheilt, frei von dem Einfluß kncchtartigcr' Nachahmung, originell seyn. Aber nicht der Origina-lität, die in der That sein vorherrschendes Verdienstansmachte, verdankte Maltravcrs seinen Ruf, dennseine Originalität war nicht von der Art, wie sic imAllgemeine» die Masse blendet — sic hatte nichts Aus-schweifendes und Bizarres — er prunkte mit keinemSystem, keiner Schule. Manche Autoren seiner Zeiterschienen dem Oberflächlichen in höherem Grade neuund unignes. Tiefe und dauernde Erfindung schreitetin feinen und allmäligcn Abstufungen fort — sic hatnichts zu schaffen mit jenen Sprüngen nnd Sätzen,jenen Krämpfen und Verzerrungen, welche nicht derGesundheit und Kraftfullc, sondern der Epilepsie undKrankheit der Literatur angehörcn.