Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
119
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glauben, cr sey weiter yom Ziel entfernt, als eh' erden Weltlanf unternahm.

Maltravcrü hgttc im Ganzen eine ziemlich glück-liche Gcm^thsart; aber cr war ein sehr stolzer Mannund er besaß die leicht verletzbare Seele eines mnthi-gen, streng ans Ehre haltenden und hierin sehr em-pfindlichen Gentleman. Es kam ihm seltsam vor, daßdie Gesellschaft ihm als Gentleman zur Pflicht machte,seinen besten Freund todt zu schießen, wenn dieserFreund ihn mit einem rauhen Wort beleidigte unddaß dagegen, sofern cr ein Schriftsteller, jedem Narrenund Lügner frcistehcn sollte, völlig ungestraft ganzeRisse Papier mit den giftigsten persönlichen Schmä-hungen gegen ihn zu füllen.

Eines Abends im Frühsommcr wandelte Ernst,ängstliche und zweifelnde Gedanken in seiner Seelebewegend, tiefsinnig ans seiner Terrasse herum:

der untergelmdeii Sonne trüb »achschanend/'als cr einen staubigen Rciscwagcn die Straße bei deinHaha entlang dahcrrollcn sah und eine Hand, welche,znin Zeichen der Erkennung und des Grußes ans demoffenen Fenster winkte. Seine Gäste waren so seltengeworden und seine Freunde waren so wenige, daßMaltravcrs nicht vcrmnthen konnte. Wer der ihm be-vorstehende Besuch war. Sein Bruder, daß wußte cr,war in London. Cleveland, von dem cr heute Nach-richt bekommen, war auf seinem Landsitz. FerrcrSgenoß das Leben in Wien. Wer konnte es seyn?Sage man von dem Reize der Einsamkeit, was man