Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
77
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Der Bankier empfand sehr viele Achtung vor Alice;und als er heim kam, hörte er mit großem Leidwesen,daß sie an heftigem Fieber leide. Sic blieb diese Nachtunter seinem Dache und die ältliche Dame, seine Ver-wandte und Haushälterin, besorgte und pflegte sic.Der Bankier schlief wenig und am folgenden Morgenwar sein Angesicht ungewöhnlich blaß.

Gegen Tagesanbruch war Alice in eine» gesundenund erfrischenden Schlaf verfallen; und als sie beimErwachen ans einem Billct ihres Wirthes ersah, daßihr Vater ihr Haus verlassen hatte und daß sie un-gefährdet und ohne Furcht dahin zurückkchrcn könne,da beförderte ein heftiger Thräncnstrom, welchem einlanges, dankbares Gebet folgte, die Herstellung undBeruhigung ihres krankhaft aufgeregten Gcmüths undihrer Nerven. So unvollkommen noch die Begriffedieser jungen Frau von Recht und Unrecht im Allge-meinen waren, so begriff sie doch schon die Ansprücheeines (wenn auch noch so nichtswürdigcn) Vaters aufsein Kind; denn ihr Gefühl war so wahr und richtig,daß cs zum großen Theil die Stelle von Grundsätzenvertreten konnte. Sic wußte, daß sie nicht hätte unterEinem Dach mit ihrem fürchterlichen Vater lebenkönnen; aber doch empfand sie etwas wie das Unbe-hagen der Reue bei dem Gedanken, daß er in Dürf-tigkeit und Elend von diesem ihrem Hause hinweggetrieben worden. Sic eilte sich auzuklcidcn und sicheine Besprechung mit ihrem Beschützer zu erbitten;und der letztere erfuhr mit Bewunderung und Vcr-