Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
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gewahrt werden mußte. Er war ein sehr merkwürdiger,aber vielleicht wenn wir in allen Herzen lesenkönnten nicht so selten verkommender Charakterdieser Bankier! Er hatte sich ans einem, vcrgleichungs-wcisc niederen Stande nnd sehr bescheidenen Vermögcns-umständcn cmporgcarbcitct, nnd dieß gänzlich durchdie ängstlich strenge und gehaltene Regelmäßigkeit seineräußern Handlnngs- und Lebensweise. Mit dieser Regel-mäßigkeit verband sich aber bei ihm unzertrennlich derBegriff von Wohlergehen nnd Ehre in der Welt. Sowar er, obgleich keineswegs ein schlimmer Mann, dochnothwcndig gewissermaßen zur Rolle eines Heuchlersverdammt. Jeder Jahr war er strenger nnd heiligergeworden. Er war der Gcwiffcnsrath der ganzenStadt, nnd cs ist erstaunlich, wie Diele Leute sichkaum getrauten ein Testament zu machen oder zu wohl-tätigen Zwecken zu unterzeichnen, ohne seinen Nach.Da er ein schlauer Mann dieser Welt so wie auchein Vertrauen genießender Führer für die anderewar, siel sein Rath meist so aus, daß er das Gewissenmit dem Vorthcil in Einklang brachte, nnd er wareine Art von Unterhändler in den diplomatischen Ver-hältnissen zwischen Himmel und Erde. Aber unserBankier war in der Trat ein mildthätigcr Mann, einwohlwollender Mann, ei» aufrichtig glaubender. Undwie war er den» doch ein Heuchler? Einfach darum,weil er sich das Ansehen gab, noch mildthätigcr,noch wohlwollender, noch frömmer zu scpn, als erwirklich war. Sein Ruf hatte jetzt einen solchen Grad