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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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in positiven Disciplinen """). Er spricht oft ausAutopsie in Deutschen Angelegenheiten"") undversichert, sich, wo er nicht selber gesehen, auch durch falscheGerüchte und Parteilichkeit nicht täuschen lassen zu wollen.Klassische Kenntnisse fehlen ihm nicht; er weiß z. B.wie ein Römisches Lager eingerichtet war"")Mit Maßtheilt er mit Otto den Jammer über den Unbestandder menschlichen Dinge, namentlich tritt uns diese Stim-mung, gleich anfangs entgegen in dem Schreiben an denPallastkanzler Ulrich"""). Ucber den Aberglauben derZeit ist er wie Otto nicht ganz erhaben. Er führt z. B.an""), daß die ernsthaftesten Vorbedeutungen den Brandder Kirche und Stadt Freising vorher verkündeten: so seieinmal der Kelch mit dem heil. Blute umgeschüttet worden,Füchse und Haasen seien wie zahm in Kirchen und Klöstergelaufen, Ungeheuer hätten sich nachts in den Wolken sehenlassen, Kinder Processionen gespielt, Eule und Käuzchen sichaugemeldet re.

Endlich eignen Radcvicus sogar einige Vorzüge vor sei-nem Meister, namentlich in einer besseren, allseitigerenAuswahl der Begebenheiten, die nicht so ausschließ-lich dem äußeren, kriegerischen Staatsleben, sondern ebensoauch dem inneren, diplomatischen entnommen sind, und auch

"""1 Z. B. I. 33. wo R. seine Leser des Weiteren über Mailandnnd die Mailänder aufImoprsiulus, c^ui zesta Imugobsräorumsubuotsvlt", verweist.

""")Inter yuae (Uonaria seile.) papiliouem uuum ^uautilstsmsximum . . . perspeximus" I. 7.

""U II. 2.

""") - - -rnulkis experimeiitis iuvonio, Irumgnarum rerumnilril tirmum, uilril Perpetuum?'

""") II. 13.