Druckschrift 
Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
Seite
195
Einzelbild herunterladen
 

195

einem klassischen ferne, wenn auch manchmal Ausdrucke Vor-kommen, die an die besten Schriftsteller der Alten erinnern"").Was sein Latein verdirbt, ist die biblische und asketischeLektüre, scholastische Formeln und häufige Germanismen"").Auch aus der Französischen und Italienischen Sprache fin-den sich Ausdrücke bei Otto, namentlich oft erscheint stattbellumAuerra" "°). Manchmal macht sich Otto auchneue, eigene Wörter, z. B. tran 88 lpi 2 are"'). Dieser Wortaus-gang ist offenbar griechisch, und es ist ein weiterer Vor-zug Otto's, den er vielleicht selbst noch vor den gelehrtestenseiner Zeitgenossen voraus haben mochte, daß er dieser Sprachemächtig war, wie seine Schriften an unendlich vielenStellen zeigen. Er führt häufig griechische Worte an, ana- 'lysirt und erklärt auf's genaueste und richtigste ihre Bedeu-tung. Die griechisch angeführten Worte finden sich aber indem Münchner Codcr und in der eclitio priimeps lateinischgeschrieben""). In letzterer ist jedoch das Trishagion6bron. IV. 25. lol. b. mit griechischen Buchstaben und denbetreffenden Accenten angeführt. Wie an lateinischen Wor-ten, so liebt es Otto auch gerne an griechischen seinenetymologischen Scharfsinn zu versuchen.

Achtes Kapitel.

Nadevicns als Schüler Gtto^s.

Die Sünden der Väter straft Gott bis in's dritte undvierte Geschlecht, sagt die Schrift, und die Kritik ist ge-

5") So erscheint namentlich oft das Ciccronianischc: ,,esss vlctea-trrr."

5") Oese. Vriel. I. 44. IVIur. 676 nnd vielmals.

Obren. VII. 7. Orst. 143 und öfter.

Oosl. Vricl. II. 12. Llur. 707.

"'") Man vergleiche statt vieler Stellen Oest. Vrici. I. 53. Mlnr.685., wo die Worte ossroSl; u. sTrösras-r erklärt und übersetzt werden.

13 *