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wie verlangt worden, er hätte seine Kirche an den Kaiser,die Wahrheit an beiden verrathen. Das that aber Rade-vicns nicht. Er fühlt vielmehr die ganze Beklemmung seinerLage und hilft sich hier, so gut es geht, indem erlieber die Documente beider Parteien mitthciltstatt seines Urtheils, um, wie er sagt, die Leserselber urtheilen zu lassen wer Recht habe,Papst oder Kaiser, indem er für seine Personlieber beide mit schuldiger Achtung verehre— Ein solcher Sinn für Unparteilichkeit, auf dem leiderder Druck der ungünstigsten Verhältnisse lastete, ist einschönes Vermächtniß der historischen Ehrenhaftigkeit Otto'san seinen Schüler, das sich bei diesem nur noch glänzenderzu bewähren Gelegenheit hatte, weil die Gefahr der Par-teilichkeit um so größer war, und weil auch RadcvicuS durch-weg dieselbe Vorliebe und Anhänglichkeit für Friedrich l?")kund gibt, wie sein Meister. Hat sich Radevicuö vielleichtauch hie und da von dem Zutrauen des Kaisers bestechenlassen, so hat ihn eine Schwäche beschlichen, der wohl dieWenigsten an seiner Stelle sich entzogen haben dürften,aber seine Charakterfestigkeit, Ueberzcugungstreue und Wahr-heitsliebe kann darum noch nicht beanstandet werden.
Auch seine sonstigen Eigenschaften theilt Radevicuö mitOtto. Er zeigt sich ebenso belesen und unterrichtet
I. 8. „ut pulvis lector, hui in psrtenr llectinsre volue-rit, non ineis verbis vel sssvrtionibns, secl ipssruin PSrtiurnproprüs scriptis trsclus et vocstus, libere öligst", . . .
„IVobis sutern inckutgentisnr ^etirnus, gui potius ut r s in-Hu e personsin, ssceräotslern seilicet, et regstem reveren-tia ckebita venerainur, cjuain teurere cke slters juäiesre Prse-sninsrnus." I. 15.
b") i. 8. und öfter.