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Das ist noch immer ein Glauben an die Menschheit, wennauch ein schwacher.
Sechstes Kapitel.
Otto's Wahrheitsliebe, Unparteilichkeit,Glaubwürdigkeit.
§. 1. Otto's Unparteilichkeit und Glaubwürdigkeitim Allgemeinen.
Daß Otto selber sich nur auf probate Schriftsteller be-ruft, wo er nicht Augenzeuge ist, daß er für den Historikereine unabhängige Stellung verlangt, das haben wir früherbereits erwähnt, aber damit noch lange nicht das Themagenugsam besprochen, das der Titel in Anregung bringt.Otto schrieb mit einer wohl bewußten Unparteilichkeit. Dießbezeugt der Brief an den Kanzler Reinald, den er bat, sol-chen Stellen, wo der Wahrheit zu Ehren etwas Nachthei-liges von den Vorfahren oder Ahnen des Kaisers gesagtwerden mußte, beim Vorlesen keine Deutung zu geben, dieden Kaiser beleidigen konnte. Ebenso, wie seiner Unpartei-lichkeit, war sich Otto auch seiner Parteilichkeit bewußt; dießzeigt er durch die strenge Censur, die er noch auf dem Tod-bette mit seinen Schriften vorgenommen wissen will, um Allesdaraus zu entfernen, das etwa für Gilbert de la Porrseparteiisch oder für seine Gegner anstößig sein könnte. Daßdie Unparteilichkeit selbst den Interessen seiner Verwandtengegenüber seine Politik war, wissen wir auchschon. Ebenso schon, daß Otto sich an der Quelle derEreignisse, am Hofe des Kaisers befand und also wohlwissen konnte, was er stets sagen wollte. Von den An-
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Oost. l?riä. II. 28. Mur. 731.