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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Fuieck und Motive der GeschichtschreibungOtto's.

Wenn wir Zweck und Motive der GeschichtschreibungOtto's in's Auge fassen, mäßen wir zwischen seinen zweiWerken unterscheiden; denn andere Motive leiteten ihn beiAbfassung seines Chronikon's, andere bei Verfassung seinerBücher cko ^estis HUckorioi I.; bei beiden verfolgte er auchandere Zwecke. Wir sprechen also zuerst von seinem erstenWerke, dem Chroniken.

Wenn heutzutage Jemand ein Werk verfassen wollte,ähnlich dem Chronikon Otto's, so würde er sicherlich nichtauf solche Motive verfallen, und wenn er auch die wnndcr-' lichstcn Einfälle mit der christlichsten Einfalt in sich verei-nen würde. Er würde nie eine solche Arbeit auf sich neh-men aus lauter Traurigkeit über die Armseligkeitund den Wechsel irdischer Zustände. Seine Ge-schichte hat daher eine moralische, man möchte nach unserer Re-deweise sagen, ascctische Tendenz. Er will vom Leben ab-schrecken, unsere Zeit, wenn sie Geschichte schreibt, will dazuanleiten, anfeuern. Geld, Befriedigung der eigenen undfremden Neugier, oder endlich Parteizwccke, das sind dieMotive der Geschichtschreibung unserer Tage; Otto dagegenschriebnou ouriositatis causa, sock ack ostouckonckss oacku-oarum lorum oalamitatos ^°)." Leben ist Krieg, aber erverabscheut beides, denn er fährt fort:Nou ouim, ut ox-omplo illorum, gui lortitor so o^isso arbitrati sunt, aliasack Hella aooouclamus, sock ut in hellis vsrüsguo altor-nantium rorum oasibus mutahiliuin inisorias ostoncksiuus,

") eiii-on. II. 32. vrst. 40.