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Ihr Arm war den deutschen Kaisern immerhin fürchterlich,so lange er dem Papste den Lehenseid schwören mußte. DiePäpste waren durch sie rückenfrei, das konnte die ghibelli-nische Politik nicht gleichgiltig ansehen. DaS Weitere je-doch, was die deutsche Politik in Sicilien durchsetzte, umeine gänzliche Aenderung der Dinge herbeizuführeu, könnenwir nicht mehr besprechen, es fällt über unfern Zeitraumschon hinaus.
II. Das Kaiserthum und das Reich.
Der Schilderung des Kaiserthums und der allgemeinenLage des Reiches mußte die Schilderung des Papstthumesvorausgehen; denn die heftigsten Erschütterungen der politi-schen Lage des heiligen Römischen Reiches gingen fast im-mer vom Mittelpunkt der Kirche aus oder wirkten doch stetsnothwcndig dahin zurück. Wir haben nun die weltlichenElemente in's Auge zu fassen, die die Spannung zwischenPapst und Kaiser mehrten, minderten oder überhaupt än-derten.
Nach dem Tode Lothar's II. war in Deutschland einneues Herrschergeschlecht aufgekommen, die Hohenstaufen,reich geworden durch die Erbschaft des Fränkischen Kaiser-hauses, die die beiden Hohcnstaufischen Stammhalter alsSchwestersöhne Heinrich'S V. nebst den Herzogtümern Fran-ken und Schwaben überkommen hatten. Sie erbten aberauch etwas von dem Geiste der alten Fränkischen Kaiser,nur nicht so viel, daß sie bloß deren plumpe Nachahmergewesen wären. Bloßes Nachahmen gelingt dem Leibe schlecht,dem Geiste gar nie. Zudem erfordert jede neue Lage derDinge auch die Entwicklung neuer Kräfte und Eigenschaf-ten. Mit den Fränkischen Kaisern hatten die meisten Hohen-