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haben wir wiederum keine Spur. — Stellen über die Tu-genden und Vorzüge Friedrich'S I., die von der VorliebeOtto's für diesen seinen Helden zeugen, kommen so vielevor, daß wir zum Voraus ans jede Auswahl verzichten.Wir bemerken nur, daß Otto bet aller freudigen Anerkennungdes Hcrrschertalentcs und der Rcgententugendcn in Friedrich,nie ein Wort der Schmeichelei entfallen ist""). DiesenTon kennt Otto nicht und wenn er auch noch so sehr be-geistert ist. Im Gcgentheil scheut er sich nicht, den Kaiserdarauf aufmerksam zu machen, was seine Pflicht seider Welt den Frieden zu geben. Auch hiefür einen Beweiszu führen, ist übcrflüßig, da Otto noch Niemand Schmeiche-lei und Uebcrtrcibung vorgcworfen hat, und auch Niemandihm, dem ruhigen, ernsten, verständigen und strengen Bi-schof und Geschichtschreiber, solches verwerfen wird, derseine Werke gelesen hat. Eher konnte man dem KaiserSchmeichelei verwerfen, wo er in dem bekannten guinguen-uium die Vorzüge Otto's erwähnt""), wenn sie nicht sowahre Vorzüge wären, daß ein gemessenes Lob, auch auseines Kaisers Munde, unmöglich eine Unwahrheit enthaltenkann. Erwähnt Otto von Friedrich solche Eigenschaften,die die jetzige Geschichtschreibung von demselben entwedergar nicht mehr, oder nicht mehr in solchem Maße an dem-selben finden kann, z. B. seine Frömmigkeit, die Otto mehr-
" 2 ) Oost. k'ricl. II. Z3. Nur. 738. ist die etwas emphatischereSprache Otto's an den Kaiser erklärlich; cs sind die Schlußworte desWerkes, da er bald darnach starb, die letzten Worte unseres Geschicht-schreibers überhaupt.
^) Ja selbst gewöhnliche Höflichkcitsformeln haben bei ihm eineernste und wahre Bedeutung, einen mahnenden Nnklang; so, wenn z.B. Otto den Kaiser „ksciticus" betitelt.
"") 636. „illnatri Ingenia tnc>."