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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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8- 8. Otto's Unparteilichkeit gegen die Hohenstaufen.

Den Welfen und den Hohenstaufen, diesen beiden gro-ßen Parteien, die sich damals in Deutschland nicht bloß umdas Kaiscrthum, sondern auch um ihre gegenseitigen Lehens-und Erbländcr hart befehdeten, schreibt Otto im Allgemei-nen gleich viel Ehrgeiz und Unruhestiftung zu. Wie naheOtto insbesondere den Hohenstaufen aus vielfachen Rück-sichten stand, haben wir schon öfter erwähnt. Daß ersich gerne an ihrem Hoflagcr aufhiclt, scheint uns eine Stelleauzudeutcn , wo er gesteht, daß man die Könige undKaiser der Erde nicht ohne Bewunderung und ohne eine ge-wisse Freudigkeit aublicke, um wie viel mehr erst den himm-lischen König ic. Wo also Otto's Werke sich vorzüglichmit der Geschichte der Hohenstaufen abgeben, ist ihnen eineGlaubwürdigkeit ersten Ranges znzuschrciben, die nur da-durch limitirt ward, daß Otto nur Staufische Quellen hatte.Otto ist auch für die Hohenstaufen ungemein eingenommen,namentlich für Friedrich I.; aber diese Eingenommenheitschadet der historischen Wahrheit nicht, wenn sie nicht un-gerecht wird. Das ist sie aber bei Otto nicht geworden.Wir können dieß weniger hier, als bei den Gegnern derHohenstaufen zeigen, daß seine Liebe gegen sie mit einerUngerechtigkeit gegen ihre Gegner nichts zu thun hat. Hierkönnen wir nichts thun, als jene Stellen bezeichnen,die seine Vorliebe für die Hohenstaufen bezeugen undderen wir eine große Menge ausgezogen haben, da seineWerke, namentlich seine zwei Bücher über Friedrich I.,davon voll sind. Aber da diese Vorliebe von Niemandenangestrittcn wird und Jedermann klar ist, der seine Werke

LUron. VIII. 45. Ilrst. 192.cum sämiratioue et gus-üam Iiilsritste viclemus."