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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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auch bei Heinrich V., von dem er einen Zug seines Herzensanführt, der ihn für immer in den Augen cdeldenkender Men-schen kennzeichnen wird. Als nämlich Heinrich die BurgMnnzun des Grafen Heinrich von Bar, den er schon gefan-gen hielt, haben wollte, diese aber sehr hoch und uneinnehm-bar gelegen war, ließ er die Bürger zur Uebergabe auffo-dern, oder er würde den Grafen vor ihren Augen anfhän-gen lassen. Da aber die Gräfin, die mit in der Burg war,Nachts vorher einen Sohn geboren hatte, und die Bürger,ächte Franzosen, diesem schnell Treue schwuren, antwortetensie keck, sie hätten jetzt einen neuen Grafen und seien alsonicht gesonnen, um den Tod des alten die Burg aufzugeben.Hier würde wohl Jedermann auf eine so kühne, ritterlicheAntwort vom Kaiser einen Act der Großmnth erwarten, derwenigstens hinter der braven Gesinnung der Bürger nichtZurückbleiben würde. Weit entfernt. Der Kaiser schicktesich nun wirklich an, den Grafen anfzuhängcn, und als dieGroßen in ihn drangen, es nicht zu thun, antwortete er:Ooelum oooli «lomino, tsrrnm uv tour cloäit üliis dominum"(?s. 11-1) "2). Kann man eine gemeine Gesinnung unüber-trefflicher schildern? Endlich und endlich gab der Kaiserdenn doch nach Daß Otto gegen die Sünden derFränkischen Kaiser weder blind, noch gleichgültig war, zeigter noch bei Besprechung der Regierung Lothar's von Sach-sen, wo er es einem vollkommen gerechten Gerichte Gotteszuschreibt, daß dieser Herrscher das Geschlecht Kaiser Hein-richs auf alle Weise unterdrücke, damit die Sünden derVäter an den Kindern gestraft werden "H.

"2) Wer erinnert sich hier nicht unwillkürlich an Crvmwell!

"b) Oest. kUcl. 1. 11. lVIun. 619 680.eirroii. VII. 17. vrsl. 118.