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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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lagen Otto'ö zur Unparteilichkeit haben wir oben schongesprochen, als da sind seine aufrichtige Frömmigkeit, un-bestechliche Gerechtigkeitslicbe, gründliche wissenschaftlicheBildung, scharfer Verstand. Eine Kunst verstand aber Ottonoch, die wenige Historiker verstehen, er wußte die Per-son und ihre Thatcn auseinander zu halten, zu trennen, erwußte dem Geiste einer Handlung nachzugehen und sich durchihn und von ihm auö dieselbe zu construircn. Von einemandern Palladium seiner Unparteilichkeit, der ganz allge-meinen Haltung seiner Darstellung, später.

g. 2. Otto'ö Unparteilichkeit gegen Päpste und kirchliche Personen.

Wie gegen Gregor VII. so war Otto gegen die Päpsteüberhaupt strengstens unparteiisch. Er spricht den Päpsteninsgesammt den Anspruch auf das Himmelreich ab, wennsie ein schlechtes Leben führen "H. Den Papst Victortadelt Otto selber nicht, aber in einer Weise, wie sie demThukhdides eigen ist, läßt er ihn von andern Bischöfenhart mitnehmen wegen seiner schlechten Umsicht im Pascha-streite "H. Die Römische Kirche behauptet, sagt Otto,als Constantin nach Byzanz zog, habe er den ganzen Occi-dent, mit Ausnahme der zwei Fränkischen Reiche, dem Papsteals sui.juris übergeben; andere aber, imperii ldutores, wiesie Otto nennt, fährt er weiter fort, versichern, dem seinicht so, sonst hätten ja der christliche Constantin und derkatholische Theodosius gewiß nicht Orient und Occident

"2) lkliron. VIl. Prolog. Ikrst. 1äl>.non ignorantes guoclet ipsi sacerelotos (hier Päpste, wie Otto'ö Sprachgewohnhcit undder Zusammenhang ergibt), si reprokain vitsrn cluxvrint, acl civi-tstein Del in aeternuin non p ertinebnnt." Im Wider-spruch zwar mit einer früheren Stelle!

<") Olrron. III. 28. vrst. 70.