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Heinrich IV. gibt Otto, obwohl er letzteren durchaus nichtals den rechtlich Handelnden hinstellt, mit einer solchen aberleicht begreiflichen Milde, daß sie fast wie Nachsicht klingt °?°).In'der ganzen Partie ist der Ton mild, ruhig, ernst,allgemein. Anfangs scheint Otto mehr den Kaiser, gegenEnde mehr den Papst zu entschuldigen; recht zu reden, istaber keiner angeklagt noch entschuldigt, der ganze Passusenthält keine judiciöse Silbe. Maßgebend konnte etwa derAusdruck sein: „partoguo muxima Optimstum ki ineipi 8uorobsllante." Als Grund für Gregor's Anathem lesenwir fast nichts, als „euuckem lurporgtoiein tanciuam asuisclostitutum". Otto scheint überhaupt die Ursache desZwistes als bekannt voranszusetzen. Die Synode zu Brixenhingegen charakterisirt er so, daß sie vcrurtheilt ist. Vonihrem Herausnchmen, an den Papst einen Schmähbrief zuschreiben, sagt er: „praosumpserunt." Daß die Bischöfeschmähliche, irdische Gründe hatten, dem Kaiser beizutreten,gesteht er ganz offen. Das Schreiben selbst nennt er „oou-viliis et cketraotionibus Plenum." Auch den Laien legt ereinen schlechten Grund ihrer Mißstimmung gegen den Papstunter, Ehrsucht; die Bischöfe hingegen seien entflammt gegenden Papst durch die wcibersüchtigen Geistlichen re. Vonder Investitur ist hier keine Rede. Den Charakter Gregor'sschützt Otto vor dem Vorwürfe der Tücke, indem er berich-tet, daß er die Wahl des Gegenkönigs offen einleitete^).Er gibt dem Papste das Prävicat: „vensrabills sso6rclo8",als er von Heinrich vertrieben von Rom fliehen mußte,aber er kann auch nicht umhin, zu bemerken, wie daß Gre-gor durch sein wiederholtes Anathem die Fürsten des Rei-ches gegen ihren Kaiser (ackversus imperatorem suum)
Oest. Vrlck. I. 1. Nur. 839—40.
Ke8t. Vriil. I. 7. Nur. 647.
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