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selbstständig nebeneinander bestehen und keines in des an-dern Gebiet übergreifen "H. Aber nicht ohne einen Seuf-zer bespricht Otto dieses dornige Verhältniß
Diese harte Lage zwischen Kirche und Staat mußte Nie-mand mehr empfinden, als ein geistlicher Reichsfürst, wie Ottoes war; aber sein edles Gemüth konnte zwischen beiden eineVersöhnung finden, es war die strenge unerbittliche Ge-rechtigkeit nach beiden Seiten hin und hiemit ha-ben wir Otto's politisches Glaubensbekenntniß schon ausge-sprochen. Das machte ihn als Schriftsteller so berühmt,so geehrt und noch heute schätzenswert!), das nennt mangewöhnlich seine Unparteilichkeit; aber ohne Partei sein istmehr als bloße Unparteilichkeit. — Otto ist Geschichtschreiber,Otto's Farbe müßte sich am leichtesten erkennen lassen beiAbhandlung des Streites zwischen Gregor VII. und Hein-rich IV. Sein Verhältniß zu diesen beiden Persönlichkeitenwollen wir also zuerst betrachten und wir werden dann baldsehen, was er über Staat und Kirche denkt. Otto erzähltvon Heinrich IV., als er am Grabe des königlich bestattetenGegcnkönigs Rudolph in Merseburg stand; und ihm Jemandbemerkte, warum er diesen in königlichen Ehren ruhen ließe,die ziemlich zweideutige Antwort ganz unverholen: „Utinum0MN68 inimiei Möi tam Iionoriüoö saeeront" 2^). Hein-rich IV. war aber Otto's mütterlicher Großvater. — Dieeigentliche Darstellung des Zwistes zwischen Gregor VII. und
ändert sich schon im spätere» Schwabenspicgel die Version dahin ab.daß die zwei Schwerter dem Papste verliehen sein sollen; das einebehalte er für sich, das andere gebe er dem Kaiser. —vrst. 77.
,,8oel grsvis Irlo oritur ^usostio, msgnaguo de regniso sscerclotii justitia clisseii8io." iliiel.
6ost. kricl. I. T. Nur. 817.