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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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Die Terminologie ist die seiner Zeit.—Von seiner Lo-gik läßt sich wenig Anderes sagen, obwohl er in ihr seinenScharfsinn in den feinsten Distinktionen zu zeigen versteht.Daß die Konern bei Otto bloße Formen und nicht subsistenteIdeen sind, versteht sich ans Otto'S NominalismusEinmal läßt sich Otto auch von seiner dialektischen Ge-wandtheit zur Sophistik hinreißcn, um den schlechten Aus-gang deS gänzlich mißlungenen KreuzzugeS endlich doch noch„gut" nennen zu können. Otto springt nämlich gleich vonvorneherein von der Bedeutung ab, in der man den Aus-gang des Kreuzzuges „nicht gut" nannte und beweist, daßer gut gewesen sein könne für das Seelenheil Einzelner,was dort Niemand anfocht. Er escamotirt durch den Mit-tclsatz: „Niemand ist gut, als Gott allein" das dem Aus-gange des Kreuzznges unterlegte Prädicat von „nicht gut" >).Selbst Anklänge vom Hauptsätze der Jdentitätsphilosophiefinden sich in ihm vor^H, aber da er von der Realitätder Begriffe keine Ahnung hat, weil sein Nominalismus da-gegen ist, so steht er darum der Jdentitätsphilosophie nichtnäher, als seine übrigen Zeitgenossen. Das Hereinholen derersten und letzten Bestimmungen aus der Theologie legteohnedieß einer selbstständigen philosophischen Entwicklung ei-nen Hemmschuh an, der sie nie über das Formale hinaus-ließ°°2»). — Seine Wissenschaftslehre ist Aristotelisch.Jede Wissenschaft bestehe aus zwei Momenten, kuZa et eleetio,

pi-ol. sä Vr!ä. Nur'. 637. „Avrisrs tarnen et speeies prss-äicsrnento transsurnpto sä causam ^raeäicsri äicuntur."

2 °') Oest. Vrrä. I. 60. Mur. 692.

>. c. und Llrron. VII. prol. linst. 139.rsr») Die philosophischen Kapitel seines Werkes führen daher auchdie richtigen und passenden Aufschriften: ,chxcursus plnlosoplueus,vel potius tlroologicus", oder kürzer: „Lxcursus tlreologicns".

lirst. 408 und 437.