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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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zu Plato; zu Aristoteles stand er in einem ganz andern,als man gewöhnlich annimmt. Vor Allem hatte Plato aufihn mehr Einfluß, und Aristoteles weniger, als man sichzugestehcn will. Plato herrschte in der Philosophie nichtnur, sondern auch in der Theologie, bei den Vätern;Aristoteles, so weit man ihn damals kannte und trieb, warbloß auf die Dialektik eingeschränkt. Diesen Aristoteles sollOtto zuerst griechisch nach Deutschland gebracht haben; aberdiese Behauptung hat durchaus keinen historischen Boden.Otto hat ihn weder zuerst, noch griechisch nach Deutsch-land bringen können: zuerst nicht, denn in Tegernsee wur-den die Kategorieen des Aristoteles schon im X. Jahrhun-dert studiert^"); griechisch nicht, weil nach den bestenForschungen anzuuehmen ist, daß damals noch in ganz Pa-ris ein griechischer Aristoteles gar nicht zu finden war°^).Jourdain ist daher der Ansicht, Otto habe die Bücher, dieer von Aristoteles kannte, in einer lateinischen Uebersetzungaus dem Arabischen vor sich gehabt Das waren dietopischen, die analytischen und die Elcnchen. Man begreiftauch gar nicht, wie man aus der einzigen Stelle, die beiRadevicus von dem Vcrhältniß des Otto zum Aristotelesspricht, solches folgern konnte Dort ist nichts von zu-erst und nichts von griechisch zu lesen; Radevicus sagtganz einfach: „Xristotelioorum librorum 8ubtilitut6in . . .koro primus nostris tinibns apportavit." Das Wahreist daher nur, daß durch Otto das Studium des Aristoteles

ko-!, Xuecä. r. k. I. pgg. 131 II. L9. — Günther, Gesch.d. literar. Anstalten in Bayern. I. 310. ff.

333) ikorirctain, roclierclios oriticsiios sur I sgo ot I'orißino äotrsäuctioiis latinos ä'Xristoto oto. (-Eine gekrönte Preisschrift.)ksris 1819.

1. o. 11.

333) Do best, kricl. II. 11. Vi-St. 813.