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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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sagt Otto auch in Beziehung auf das Gold, das die Apo-kalypse au das himmlische Jerusalem verschwendet: „8i pro-tiosum est surum, guanto pi' 6 ti 08 i'u 8 68t, guock 8ibnilloaturp6r au rum? liuoi 6N,m eomparata purior invunitur 83pi6n-tis" ^°). So setzt Otto das Licht höher, als das Gold,und die Weisheit höher, als das Licht, und diese Hoch-schätzung der Weisheit ist das, was wir im nächsten Para-graph«: besprechen wollen.

§. 3. Ottv's Philosophie.

In seiner Philosophie zeigt Otto noch viel wenigerjene Eigenschaft, die man Originalität nennt, als in derTheologie. War seine Theologie im Ganzen die der Kirche,so war seine Philosophie ganz und gar die der Zeit. Da-bei zeigt aber Otto denselben eminenten Scharfsinn, wie inder Theologie, nur mit dem Unterschiede, daß er hier nochmehr Raum hat, sich zu entwickeln. Diese Entwicklungund ein Bild der Philosophie der Zeit, wie es sich in einerso ausgezeichneten Persönlichkeit, wie Otto, wiederspiegelt,versuchen wir hier zu construiren.

Der Mittelpunkt des politischen und geistigen Lebensin Europa war damals Frankreich; das politische Princi-pat dauerte durch die Krcuzzüge und dem heil. Bernhard nureine Zeit lang, das geistige das ganze Mittelalter hin-durch durch die Universität Paris. Frankreich war damalsdie erste Europäische Schutz- und Großmacht in allen außer-europäischen Angelegenheiten, was dort so viel hieß, alsjetzt die erste katholische Macht. Es hatte Deutschland undseinem Kaiser in dieser Hinsicht den Rang abgelanfen, es warals katholische Macht in auswärtigen Angelegenheiten im Vor-rang, wie heut zu Tage wieder dasselbe Frankreich im Oriente

tgliron. VIII. 28. Urst. 186.