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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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notorisch schlechten Papst, Johann XII., sich noch nicht fürschlecht zu halten getraut, weil durch die Verdienste des heil.Petrus der Römische Stuhl gegen die Pforten der Höllegesichert sei^°). Schon aus der Biographie Otto's aber istbekannt, daß er auf dem Todbette Alles in seinen Schriftenwiderrufen hatte, was etwa gegen die Lehren der Kirchedarin gefunden werden könnte. Eisengrcin, ein Konvertitund katholischer Schriftsteller des 16. Jahrhunderts, zähltOtto in seinem cstsloAus testium voritatis sogar unterdieortlrockoxss motris ooelosiso ckoetoros." Und Konver-titen haben in der Regel das beste Talent, um Haresiecnausfindig zu machen, wo sie sich irgend zeigen wollen. Eineinzigcsmal nimmt Otto Anlaß, sich über eine Häresie imengeren Sinne des Wortes auszusprechcn. Seine Ansichtgeht dahin, daß, um Häretiker zu sein, wenigstens Verstandund Scharfsinn erfoderlich sei. Als nämlich 1118 ein ge-meiner unwissender Laie sich für den Sohn Gottes ausgab,nennt ihn Otto:neo Imsreltoi nomine cli^nus." Eineso große Achtung hatte Otto vor der Theologie als Wissen-schaft, daß er forderte, selbst die Häresie müsse, wenn sieAnspruch auf Berücksichtigung machen wolle, ein wissenschaft-liches Gepräge tragen^"). Wunder und Legenden fin-den an Otto, wenn sie nur mit der Kirchenlehre Zusammen-hängen, einen gläubigen Bekenner. Bei der Enthauptungdes reuigen Kaisers Mauritius fließt Blut und Milchund einer der Armenischen Bischöfe, die nach Viterbo ge-kommen sind, um sich dem Römischen Stuhle zu unterwer-fen, sieht unter dem Hochamte den Papst im Sonnenglanze

6Iirou. VI. 23. vrst. 130.2") vlling. 1565. Blatt 99.

kesl. krick. I. 55. Mur. 686.eliron. V. 7. vrst. 106.