schlechten, weil stabilen, Beinamen kenntOtto noch nicht"').— Dieselbe Mäßigung lehrt ihn auch sich in seiner Geschichtenie auf spinöse Streitfragen cinznlassen. Ob Kaiser Ottoden Papst Johann XII. mit Recht abgesetzt habe oder nicht,das wolle er nicht entscheiden, er habe sich bloß vorgcnom-men, Geschehenes zu beschreiben und nicht zu beurtheilen"°).Selbst von dem h. Bernhard, der doch seinem eigenen Ordenangehörte und der berühmteste Mann seiner Zeit war, sprichtOtto mit einer klassischen Mäßigung Daß er mit
Bernhard demselben Orden angehörte, davon spricht er mitkeiner Silbe. Otto wußte demnach stets mehr, als er sagte,er hielt an sich und nahm fremde Nachrichten immer vor-sichtig ans, durch „man sagt" rc. — So scharfsinnig Otto istund so gewandt in der exegetischen Belegung und dialekti-scher Behandlung theologischer Stoffe, wie sein achtes Buchder Chronik rühmlich auSweist, so sehr kennt er auch hierseine Grenzen. Denn nachdem er dort in Kap. 12. überdie Form der auferstehenden Leiber gesprochen, daß sie mackel-los, aber doch erkennbar und geschlechtlich auferstehen wer«dm ic., was sich allerdings noch wohl hören läßt, schließter, indem er ein lächerliches und ekelhaftes Thema abschnei-det, mit den Worten: „Ilaee äs suslis", (d. h. über dieForm ihrer Auferstehung), „i-sproborum enini gualilatem
--') cMi-on. V. 33. vrst. 68.
2 ^) omnia utruin licite an secus acta sint dicere,
pr-iesentis non est operis: res oiiim Aestas scrikere, nou gvsta-runi reruin rationes reddere proposnlmus". Linon. VI. 23.vrst. 130.
-^) „Vita et moribus veuerebdis, roligioiiis orcline conspi-ouus, sspientia litersrum^us seientia piaeditus, signis et mi-raculls clsrus .... apud omaes O-iIIi.ao r>e Oormaniae pa-pulös, ut propketa vel apostolus babebetui'" etc» Oest.krid. I. 34. Älur. 669.