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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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ben'°') ist ein ähnlicher Fehler. Er kennt 6 Latiner-könige vor Romulus, von Jtalus bis zu Latinus'"), underzählt häufig in der Römischen Geschichte fabelhafteDinges""), z Zz, Steinregen, als hätte er den Liviusausgeschrieben, den er jedoch nirgends nennt. Zu den un-glaublichen Angaben gehört cs, wenn Otto erzählt'"),daß 30000 Juden in einem Volksanfstande zurZeit des Claudius zu Jerusalem im Vorhofe des Tempelserdrückt wurden. Die bekannte apokryphe Stelleüber Christus bei Josephus unlig. lib. 18. o. 4.,chuit üsckem temporibus losem sapiens vir oto." hält Ottofür ächt'"°), obwohl sich die stärksten Gründe dagegen Vor-bringen lassen und selbst die meisten Kirchenschriftsteller undVäter dagegen sind, wenn auch ein neuerer Kritiker oder viel-mehr Antikritikcr sie abermals für ächt zu nehmen scheint.Otto berichtet auch eine sonderbare, in's Reich der Fabelgehörige Conversion des Kaisers Tiberius. Diesermildeste Fürst soll auf die Weigerung des Senates hin,Christum unter die Götter aufzunehmen (er habe nämlichdurch ein Referat des Pilatus von Christus erfahren) diegrausamste Bestie geworden sein'"). Was man von Otto'sScharfsinn gar nicht glauben sollte, auch das kömmt ein-mal bei ihm vor, er macht einen falschen Schluß, aberzu Gunsten des Christenthums. Weil Mithridatcs zu denGöttern ruft:clü si estis putriiD.., so schließt Otto schnellzum Nachtheile des Heidenthums:eos veros esse ckeos

2"2) Oese. Vrick. I. 31. etc.

'"') Lliroa. VIII. 35- Hrst. 160.

'"0 Lliron. II. 22. liest. 3334.

'"^) 6dron. III. 15. liest. 62.

">°) Oliron. III. 11. liest. 59.

'"') liliron. III. 12. liest. 60.