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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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1) Otto wird häufig als Verfasser einer GeschichteOesterreichs angeführt^), die sich im Nachlasse des bekann-ten Oestcrreichischen Geschichtschreibers Lazius als Manuskriptbefunden haben soll, aber nach dem Tode Lazius' scheint siegänzlich verschollen zu sein. Khautz ") führt das Verzeich-nis der von LaziuS hinterlassenen Handschriften auf, aberohne daß darunter die vermeinte Geschichte Oesterreichs vonBischof Otto sich befände, obwohl dort mehrere FaScikeln,die Oesterrcichische Geschichte betreffend, erwähnt sind, diees wenigstens sein könnten. In Otto's Geschichtswerkenfindet sich nur eine einzige Stelle, die sich etwa auf die Exi-stenz einer solchen Oestcrreichischen Geschichte deuten ließe ");wo er nämlich die Verheirathung seines Vaters erzählt, be-merkt er, hier nur kurz und trocken darüber hinweggehend:guock ulius a noliis plenius ckictum est". Nun findet sichaber darüber in seinen bekannten Werken keine weitläufigereStelle, sollte er also hiemit selbst auf seine OesterrcichischeGeschichte hingewiesen haben?

2) In Bauer's Verzeichniß seltener Bücher findet sichauch eine Schrift von Otto angezcigt, unter dem Titel:Dollilckkbiancko pontiliee", sino loco 6t anno, dieSkriptumraruin" genannt wird"). Aber diese vermeintlich besondereSchrift ist wohl nichts anderes, als einige ausgezogene Stückeaus dem ersten der zwei Bücher cks Zestis und aus demsechsten der Chronik, in einem Bande in 4° gesammelt und

2') Z. B. Kobolt, Bayer. Gel. Lcrlkon. S. 484 85.

Versuch einer Oesterr. Gelehrtcngcschichtc. S. 178. ff.

Oest. I. 10. lVIiri'. 649.

Ergänzungsband Kobolts durch Gandcrshofer. Landshut. 824.S. 220.