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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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Tendenz nur erst in ihren Anfängen begriffen, so stellt siesich in Friedrich I. (11521190) schon ziemlich deutlichheraus, auch schon in der Periode, die von dessen Regierungnoch in den Bereich unserer Aufgabe fällt, nämlich von11521158. Seine Stellung gegen den Römischen Stuhlist eine äußerst eifersüchtige, er sucht sich eine Partei unterden Kardinälen zu gewinnen, mit einem Worte, er suchtden Papst ganz und gar unter sich zu bringen und magihn nur leiden, wenn er sich seiner Freiheit begibt, wenn ersich eine vom Kaiser abhängige Stellung ohne politischeSelbstständigkeit gefallen läßt. Denn des Kaisers Absehenwar vorzüglich auf Italien gerichtet und bei diesen seinenItalienischen Plänen sollte der Papst entweder seine Politikhaben, oder keine. Friedrich fühlte sich zu sehr, als daßer in Deutschland gerne sich die Beschränkungen seiner All-gewalt hätte gefallen lassen, die ihm dort die mächtigenStände auferlcgten, er wollte in Deutschland anders, freierregieren, dazu wollte er sich in Italien die Macht holen,um sein Gelüsten in Deutschland durchzusetzen und das warkein anderes als ein absolutistisches. Das ist ein an-deres Merkmal des Geistes, den man den ghibellinischennennt und der nun in Friedrich deutlich zu Tage trat. Da-bei war Friedrich voll Kraft uud Muth, in den Waffen er-wachsen, in die Politik eingeweiht und von so strenger Ge-rechtigkeitsliebc, daß sie sich oster bis zur Härte und Uner-bittlichkeit steigerte.

Zu dem Zwecke mußte er sich iu Deutschland zuerstRuhe verschaffen und seine erste und dringendste Aufgabewar, die Welfen zur Ruhe zu bringen, was seinem Vorfah-rer im Reiche noch nicht völlig gelungen war, da diesesGeschlecht, mit Sachsen allein nicht zufrieden, auch aufBayern Anspruch machte, das noch immer die Babenbergerinne hatten. Dieser und ähnliche andere waren die Haupt-