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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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staufen das Hcrrschertalcnt und den Kampf gegen die Kirchegemein, der sich aber nicht in gleicher Weise gestaltete, wieunter Heinrich IV. und V., noch auch bei allen sich gleichverwirklichte, wie wir gleich bei den zwei ersten Hohen-staufen sehen, die wir hier allein zu betrachten haben.

König Conrad III. (1138 1152) hatte zwar alsDeutscher König keinen Conflikt mit der Kirche, aber erhatte ihn schon anticipirt. Er war von Jnnocens II. ge-bannt worden, als er mit Hülfe Mailands sich in Italienzum Gegenkönige Lothar's und somit zum Feinde der Kirchemachte; denn Lothar war ohne Zweifel ein kirchlicher Kai-ser. Daß Conrad während seiner Regierung den Kampfmit der Kirche vermied, hatte mehrere Ursachen. Erstenshatte er im Innern seines Reiches zu thun, gegen die Wel-fen; dann war Conrad ein überaus bedächtiger, kaltblütigerCharakter und es ist in dieser Hinsicht merkwürdig, daß so- ^gar viele Urkunden dieses König's zwar den Monat aber !nicht den bestimmten Tag desselben enthalten, so hart schiener zur Solemnistrung der Urkunden zu greifen, so daß mansie nur auf allgemeine Daten bereit halten und ihm Wochenlang nachtragen mußte °); drittens trat im entscheidendenMomente, als es Zeit gewesen wäre zu einem Römcrznge,und wo ein Conflikt so leicht hätte eintreten können, dadurch die Lehren Aruold's von Brescia die Bürger der mei-sten Italienischen Städte und Rom's insbesondere so sehr !gegen den Papst und für den Kaiser eingenommen waren,der heilige Bernhard mit seinem Kreuzzuge dazwischen, zudem er Conrad freilich sehr wenig geneigt fand. Als eraber zum zweitenmale den Römerzug antreten wollte, ereilteihn der Tod.

Sehen wir aber in Conrad III. die Hohenstaufische

h biSnZ's Senllsclli-eiben SN Löliiner. Rürnb. 833. S. 37.