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Bischöfe und Achte lebten mit ihren Schirm-Vögten nichtminder oft im Kampf und Streit, und wenn das nicht, dochstets in einem mißtrauischen Verhältniße. Man schlug ge-genseitig auf sich los, ohne gerade zu ahnen, daß man ei-nen Princtpienkampf kämpfe; den Meisten schien es bloß,als liege die Habsucht der Laien in gemeinem Kampfe mitdem Reichthum der Kirche.
Die wahre Gestalt der Gegnerschaft gegen die Kirche kannman am besten an der Häresie der jeweiligen Zeit erkennen,denn hier ist der Gegensatz ein bewußter und kein dunkler mehr.Was die kirchenfeindlicheu Zeitgenossen wollen, concentrirt undformulirt sich hier in klares Wort. Ein solcher häretischerWetterprophet seiner Zeit war Arnold von Brescia.Arnold ist eine äußerst prophetische Natur. In dieser selt-samen Mischung des Antiken und Christlichen, das sich inihm zusammenfindet, ist er der erste merkliche Pulsschlag desmodernen °) Lebens, daö eben nichts anderes ist, als derVerein dieser Leiden Gegensätze in einem Dritten, man mag !sich nun diese Vereinigung denken, wie man will Die-ses Leben, dasZvir dort als Häresie auftauchen sehen, machtsich jetzt geltend, außer der Kirche und in derselben, bewußtund unbewußt, wir Alle stehen unter seinem fühlbaren Ein-flüße. Aber dort mußten sich diese beiden Gegensätze erstin sich abklären, die Kirche sollte ganz Kirche werden, someinte es Arnold, der Staat aber auch ganz Staat, beide
2) „modern" gebrauchen wir der Kürze halber immer im Gegensätzegegen „antik" und „mittelalterlich". Hier wollen wir auch bemerken,daß wir die neue oder moderne Zeit weder mit der Entdeckung Ameri-ka's, noch weniger aber erst mit der Reformation beginnen, sondern mitdem Eingreifen der antiken Bildung in die christlich - mittelalterlichedurch den Humanismus.
2) Z. B. als „christliche Philologie" oder als „unchristliche Philoso-phie", je nachdem der eine oder der andere Faktor nberwicgt.