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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
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lagerten in Pera nnd Galata, verwüsteten raubsüchtig undübermüthig die paradiesische Gegend und setzten nach einigembrieflichen Hin - nnd Herstreiten des Königs mit dem Kai-ser auf griechischen Schiffen nach Asien über. Da ent-zweite sich der König mit seinem Halbbruder, dem BischofOtto, über den Weg, der nun cinzuschlagen sei. Conradwollte mitten durch das Land der Türken, den kürzesten aberbei weitem gefahrvollsten Weg gerade ans Jconium ziehen,im Vertrauen auf die Zahl uud die Tapferkeit seiner Schaa-ren, Otto schlug den längeren aber weit weniger gefähr-lichen Weg längs der Seeküste nach Syrien vor. In Ni-comedien trennte man sich. Dem Könige folgte der größereTheil der Fürsten, die übrigen erkoren den Bischof Otto zuihrem Heerführer und erwählten den Weg gen Ephesus^).Aber beide Theile hatten diese unwcise Trennung bitter zubereuen und zu büßen. König Conrad gelangte mit denSeinigen in eine öde Gegend, wurde in derselben von dentreulosen griechischen Führern in einer Nacht verlassen undsah sich noch übcrdieß auf allen Seiten von den Türkenbedrängt. Da faßte man den verzweifelten Entschluß, auseinem Seitenwege durch das Gebirge zu brechen und von Nicäaaus dem Bischof Otto der Meeresküste entlang zu folgen. Beivölliger Nnkenntniß des Landes war nichts anderes zu er-warten, als daß Hunger, Elend und die Pfeile der überalllauernden Türken die Meisten im Zuge dieses Ziel nichtmehr erreichen ließen. Aber auch der Abtheilnng, die mitBischof Otto gezogen war, ging eS nicht viel hesser. Vonden Griechen auf alle Weise betrogen, ja vergiftet, wennes anging, von den Türken verfolgt, wurden sic sogar von

") Zum Theil nach Willen I. o. 158 rc. und andern. Otto erzähltnichts mehr von dem Kreuzzuge seit dem Abzüge von Constantinopcl,aus Gründen, deren Erörterung wir uns auf einen anderen Ort Vorbe-halten müssen.