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Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
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gcn getroffen hatte, wie viele Andere Viele, für diekeine Schiffe mehr aufgetrieben werden konnten, folgten zuLande längs der Donau nach. Die Meisten der so Fort-ziehenden sahen ihr Vaterland nie wieder, Otto war einerder wenigen Glücklichen, denen die Rückkehr verstattet war.Wir hätten eine Kette von Unfällen zu berichten, wolltenwir uns auf alle Calamitäten Anlassen, die auf diesem Zugedie Deutschen wie die Franzosen betroffen haben. Zu un-serem Zwecke genügt es, das aus einer allgemeinen kurzenDarstellung noch besonders hervorzuheben, was Otto na-mentlich betroffen hat oder gar von ihm erzählt wird.

Der erste bedeutende Unfall erreichte die deutschen Kreuz-fahrer in der angenehmen Ebene von Chörobacha am 8.Scpt. 1147 in Nicderthracien, schon nahe an Konstantino-pel, während sich hier das Kreuzhcer, der angenehmenGegend sich erfreuend, niedergelassen hatte. Die Gegendwar sehr fruchtbar und fnttereich, die Deutschen wollten inaller Fröhlichkeit Mariä Geburtsfest feiern, da brach in derNacht vor besagtem Tage im Gebirge ein Wolkenbruch nie-der, der die beiden, das Thal Anschließenden Flüßchen somächtig anschwoll, daß das deutsche Lager bald unter Was-ser stand, und mehr Pilger ertranken in der Nacht und Ver-wirrung, als vielleicht in einer Schlacht mit den Sarazenenumgekommen wären. Otto schildert dieses Unglück sehr aus-führlich und lebhaft Errettete sich nebst dem Könige undden meisten Bayern, überhaupt mit Allen, die Geistesgegen-wart genug hatten, nach dem etwas höher und sicherer ge-legenen Zelte Herzog Fricdrich's von Schwaben^').

Die Deutschen drangen nun nach Constantinopel vor,

iVIeiebsIb, I. c. 330.

7") Os Aestis krick. I. s. 45.

n) Witten, Gesch. d. Kreuzzüge, 3tes Buch. S. 122 ff.