Druckschrift 
Otto von Freising : sein Charakter, seine Weltanschauung, sein Verhältniß zu seiner Zeit und seinen Zeitgenossen als ihr Geschichtsschreiber ; aus ihm selber dargestellt ; eine von der philosophischen Facultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München gekrönte Preisschrift
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6

Wien, im Orte Sattelbach. Aber erst im Jahre 1134schickte Otto 13 Mönche von Morimund dahin, unter ihnenwar zugleich ihr Abt Gottschalk und ihr -Prior Wilhelm ").Der Name Sattelbach wurde später, von 1187 an allge-mein, da in diesem Jahre Leopold VI. dem Kloster einenbeträchtlichen Partikel des heiligen Kreuzes schenkte,Hei-ligcnkreuz" genannt.

Von 1134 an verläßt uns die Geschichte mit Nach-richten über Otto bis zu seiner Erhebung auf den Stuhldes heiligen Corbinian in Freifing, ohne aber auch hierweder die Zeit noch die Art und Weise seiner Erhebunggenauer anzugeben. Ob er von den Canonikern in Frei-sing erwählt oder postulirt, oder ob er vom Kaiserdahin gesetzt wurde, ist gänzlich ungewiß. Diese Unge-wißheit bezeugen Meichelbcck und Hanthaler. Einigen Auf-schluß scheint das Listenfelder Necrologium zu geben, dasOtto's Tod mit den Worten anzcigt: X. 6ol. Oetbr. Ottoülonaelrus ülorimunckensis: gui postos r6vo6utu8 apatrs suo, ldolu8 68t 6pi8copu8 ?ri8inAo»8i'8 eto. Han-thaler ") will daraus schließen, Otto'S Vater habe demselbenzum Bisthum verhelfen, obwohl Leopold 1137 beim Tode Bi-schofs Heinrich 4, Otto's Vorgänger's, schon eilfMonate imGrabe lag. Er kann allerdings auf dessen Subrogation, auchwährend Heinrich I. noch lebte, eingetragen haben. Doch be-merkt Hanthaler noch hinzu, daß das angeführte Necrologium,da cs hier nicht coäv sei, nicht den strictesten Glauben ver-diene. Kam er her, wie er wolle, Radevicus meint"), er

>6) Ilantlialer, lasli campil. S. 183.

") König Konrad nahm ihn 1138 von Morimund weg auf den Bi-schofssitz von Freising, sagt Leillier, Iiistoirs general äea autsurssscres. k. 2l. Var. 1757. S- 171. ff.

k'asti eainpil. S. 239.

") Oe gsslis Vrick. II. c. 11.