Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
Seite
99
Einzelbild herunterladen
 

hin verwehtes Samenkorn, das nicht Letgetragen hättezu der Erkenntnis, die tn allem das Prinzip des Lebens,das Schöne, das Freudige, das Unsterbliche suchte! An-dern ist ein Land , eine Stadt, ein Herd ihre Heimathgewesen; meine Heimath war, wohin das Auge der Seeledringen, wo der Geist die Lust athmen konnte!"

Er schwieg, und durch den grenzenlosen Raum ge-wandert, blieb sein Auge und sein Herz, den traurigenKerker durchdringend, auf seinem Kinde ruhen. Er sahes schlummern in den Armen der blassen Mutter und seineSeele sprach zu der schlafenden Seele.Vergib mir, wennmein Wunsch Sünde war; ich träumte Dich zu der gött-lichsten Bestimmung, die meine Gesichte zu erschauen ver-mochten, heranzuziehcn und zu bilden; frühe schon, so-bald der sterbliche Theil gegen Krankheit gekrästet wäre,das geistige Element von jeder Sünde zu reinigen; Dich,Himmel um Himmel, durch die heiligen Ertasen zu führen,welche das Dasepn der höhern Wesengattungen'auSma-chen; aus Deinen erhabenen Gefühlen die reine und un-zerstörbare Gemeinschaft zwischen Deiner Mutter und mirzu bilden und zu befestigen. Der Traum blieb ein Traum er ist verschwunden! Selbst im Angesicht des Grabesfühle ich endlich, daß durch die Pforten des Grabes diewahre Einweihung zur Weisheit und Heiligkeit geht. Jen-seits dieser Pforten erwarte ich Euch Beide, geliebte Pil-grime!"

Von seinen Zahlen und seiner Kabbala fuhr Mej-nour in seiner Zelle unter den Rinnen Roms empor,