cität, der Sohn der Herrlichkeit an die Seite der Liebegeeilt war, seine Schwingen Entzücken ausgeschüttet, wieder Morgen Thau anSgießt. Für diesen kurzen Augen-blick hatte die Arinuth aufgehört zu trauern, die Krankheitwar von ihrer Beute geflohen, und die Hoffnung hauchteeinen Traum vom Himmel in die Nacht der Verzweiflung.
„Du hast Recht," sagte die melodische Stimme.„Dein Muth hat Deine Kraft wieder hergestellt. Nocheinmal, in den irdischen Gefilden, zaubert mich DeineSeele zu sich her. Weiser jetzt, in dem Augenblick, woDu den Tod begreifst, als damals, wie Dein entfesselterGeist das hehre Geheimniß des Lebens kennen lernte, brin-gen Dir die menschlichen Gefühle und Neigungen, dieDich eine Weile unfrei machten und demüthigten, indiesen letzten Stunden Deiner Sterblichkeit das erhabensteErbtheil Deines Geschlechts — die Ewigkeit, die mit demGrabe beginnt!"
„O Adon-Ai," sagte der Chaldäer, um dessen Ge-stalt, umströmt von dem Glanze des himmlischen Besu-ches , eine strahlendere Herrlichkeit als die menschlicherSchönheit sich legte, so daß er schon der Ewigkeit anzuge-hören schien, von welcher der Lichtgeist sprach, „wie oftMenschen, ehe ste sterben, die ihnen zuvor verborgenenRäthscl sehen und begreifen, * so sehe ich in dieser. Stun-
- Der größte Dichter, und einer der edelsten Denker der neueste»Zeit, sagte auf seinem Sterbebette: „Vieles, was mir früherdunkel gewesen, klärt sich mir auf und wird nur sichtbar."
Vergl. Earlhlc'S Leben Schillers.