Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
Seite
92
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verläßt, und die Rohre, die ich umklammere, mir in dieBrust dringen, ich weiß doch, daß geschrieben ist, daßdas Leben, um welches ich streite, gerettet werden kannvor der Hand des Henkers. Du hüllst ihre Zukunft in dasDunkel Deines Schattens, aber Du kannst sie nicht gestal-ten. Du kannst vielleicht das Gegengift vorher anzeigen;Du kannst das Verderben nicht bewirken. Ich erpresse vonDir das Geheimniß, obgleich es für Dich eine Qual seyn.mag, es zu nennen. Ich nähere mich Dir ich schaueDir unverzagt in die Augen. Die Seele, die liebt, kannAlles wagen. Schatten, ich trotze Dir und zwinge Dich !"

Das Gespenst sank zusammen und wich zurück. Wieein Dunst, der abntmmt, so wie die Sonne ihn bescheintund durchdringt, schrumpfte die Gestalt zusammen undduckte sich zwerghaft in dämmernder, trüber Ferne, unddurch bas Fenster glänzten wieder die Sterne.

Ja," sagte die Stimme, mit schwachem und hoh-lem Tone,Du kannst ste retten aus den Händen desScharfrichters; denn es ist geschrieben, daß das Opferretten kann. Ha, ha!" Und die Gestalt dehnte sich plötz-lich wieder aus zu ihrer düstern, riesenhaften Höhe undihr gespenstisches Lächeln triumphirte, wie wenn dereinen Augenblick getäuschte Feind seine Macht wieder ge-wonnenhätte.Ha, ha! Du kannst ihr Leben retten, wennDu das Deinige opfern willst! Hast Du darum dahin-stürzende Reiche und zahllose Generationen Deiner Gat-tung überlebt? Endlich soll doch der Tod Dich zurückfor-dern? Möchtest Du sie retten? stirb für sie! Falle,