88
gießen über den gewaltigen Raum einen düstern, nebligenStrahl, in dessen Licht die wilden Gesichter dieses Pan-dämoniumS noch grimmiger und hohläugiger erscheinen.
Da kreischt von der Rednertribüne herab der gellendeGrimm RobeSpierre's.
Inzwischen iss Alles Chaos, Unordnung, halb Kühn-heit- halb Feigheit, im Rathe seiner Feinde. Gerüchtefliegen von Straße zu Straße, von Platz zu Platz, vonHaus zu HauS. Die Schwalben fliegen niedrig, unddas Vieh drängt sich zusammen vor einem Gewitter! Undüber diesem Toben der Wesen und Leben der kurzen Stun-de, allein in seinem Gemache, stand Er, über dessensternbeglänzte Jugend — ein Symbol der unvergänglichenBlüthe des ruhig beharrenden Ideals in der verwittern-den Wirklichkeit — die Wolken von Jahrhunderten hinge- >rollt waren.
Alle die Anstrengungen, welche gewöhnliche List undMuth an die Hand geben konnten, waren vergebens ver-sucht worden. Alle solche Anstrengungen waren umsonst,wo, bei diesen Saturnalien des Todes, ein Leben aufdem Spiele stand und der Zweck war. Nichts als der FallRobeSpierre's hätte sein Opfer retten können; jetzt, zuspät, konnte dieser Fall sie nur noch rächen!
Noch einmal hatte sich der Seher, in dieser letztenTodesangst der Aufregung und Verzweiflung, in die Ein-samkeit geflüchtet, um wieder den Beistand oder Rath jenergeheimnißvollen Zwischenmächte zwischen der Erde unddem Himmel anzurufen, welche dem Verkehr mit dem