Druckschrift 
6 (1842)
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

12

keine Spur auffinden. Ich weiß, daß sie hier ist. Ich weistes durch einen Instinkt; der Athem meines Kindes scheintwärmer und näher.

Sie sehen mich mit giftigen Blicken an, wenn ichdurch ihre Straßen schreite. Mit einem Blick entwaffneich ihre Bosheit, und bezaubere die Basilisken. Neberallsehe ich die Spur, wittere ich die Gegenwart der Unhol-din, die auf der Schwelle weilt, und deren Opfer dieSeelen werden, die nach Hohem trachten möchten undnur furch ten können. Ich sehe ihre dämmernde Gestalt-losigkeit vor den Blutmenschen her gehen und ihren Weglenken. Nobespierre ging mit seinen, verstohlenen Schrittan mir vorbei. Jene schauervollen Augen nagten sich insein Herz. Ich schaute herab auf ihren Senat, 'das grimmePhantom hockte drunten auf dem Boden. Es hat seinenSitz in der Stadt des Schreckens aufgeschlagen, lindwas sind in Wahrheit diese anmaßlichen Baumeister einerneuen Welt? Wie die Jünger, die vergebens nach unse-rem höchsten Wissen rangen, haben sie versucht, was überihre Kräfte geht; sie sind aus dieser festen Welt derSitten und Formen in das Land der Schatten hinüberge-treten; und ihre ekelhafte Hüterin hat sie als ihre Beutegepackt. Ich schaute in des Tyrannen schaudernde Seele,wie sie an mir vorbei zitterte. Da, unter den Trümmernvon tausend Systemen', welche auf Tugend abzweckten,saß das Verbrechen, und bebte über seine Vereinsamung.Und doch ist dieser Mann der einzige Denker, der einzigenach Höherem Trachtende unter Allen! Er erwartet im-