Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

SS

wiederholte er, seine Augen auf den Fürsten heftend:Ichthue Euch Bescheid, selbst in diesem Weine!"

Er hob das Glas an den Mund. Der Fürst wargeisterblaß, während der Blick seines Gastes sich auf ihnheftete mit einer festen Strenge und einem Glanze, die denvon seinem Gewissen geschlagenen Wirth fast vernichteten.Erst, als er das GlaS geleert und es wieder auf den Tischgestellt hatte, verwandte Zanoni sein Auge von dem Für-sten, und sagte dann:Euer Wein ist zu lang aufbe-wahrt worden; er hat seine Tugenden verloren. Er könnteManchem übel bekommen, aber seyd ohne Furcht; er wirdmir nicht schaden, Fürst. Signor Maseari, Ihr send einKenner von Weinen ; wollt Ihr uns gütigst Eure Mei-nung sagen?"

Nein," antwortete MaScari mit gut erheuchelterFassung,ich liebe die Ctcherweine nicht; sie erhitzen sosehr. Vielleicht hat Signor Glyndon nicht dieselbe Abnei-gung dagegen. Man sagt, die Engländer lieben einenwarmen und starke» Trunk."

Wünscht Ihr, daß mein Freund auch diesen Weinkoste, Fürst?" sagte Zanoni.Bedenkt, nicht Jeder kannihn so ungestraft trinken, wie ich!"

Nein," sagte der Fürst hastig,wenn Ihr den Weinnicht loben könnt, so verhüte der Himmel, daß wir unsereGäste dazu nöthigen sollten! Mein Herr Herzog," damitwandte er sich zu Einem der Franzosen;Ihr habt denwahren Boden des Bacchus. Was haltet Ihr von dieserFlasche Burgunder? Hat ihm die Reise nicht geschadet?"