Knie sank, und schaute ihr mit glänzenden, flehenden Au-gen ins Gesicht.
„MitDir fliehen!" sagte Viola, kaum ihren Sinnentrauend.
„Mit mir. Name, Ruf, Ehre — alles wird geopfert,wenn Du es nicht thnst!"
„Also — also," sagte das Mädchen stammelnd, unddas Antlitz wcgwendend; „also bin ich Dir nicht gleich-gültig? Du willst mich nicht einem Andern geben?"
Zanoni schwieg; aber seine Brust arbeitete, seineWangen flammten, seine Augen sprühten dunkles, leiden-schaftliches Feuer.
„Sprich!" rief Viola, in eifersüchtigem Verdachtwegen seines Schweigens.
„Mir gleichgültig ! Nein; aber ich darf noch nichtsagen, daß ich Dich liebe!"
„Dann was gilt Dir mein Schicksal?" sagte Violaerblassend und von ihm znrücktretend; — „verlaß mich— ich fürchte keine Gefahr. Mein Leben, und daher auchmeine Ehre sind in meiner eignen Hand."
„Sey nicht so wahnsinnig," sagte Zanoni. „Horch!Hörst Du das Wiehern meines Pferdes? es ist ein Lärm-zeichcn, das uns vor der nahenden Gefahr warnt. Eile,oder Du bist verloren!"
„Warum kümmerst Du Dich um mich?" sagte dasMädchen bitter. „Du hast in meinem Herzen gelesen; Duweißt, daß Dn der Herr meines Schicksals geworden bist.Aber unter dem Gewicht einer kalten Verpflichtung zu