Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
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erliegen, eine Bettlerin zu sehn vor dem Auge der Gleich-gültigkeit; mich wegzuwerfen an Eine», der mich nichtliebt, das wäre in der That die schnödeste Sündemeines Geschlechts. Ach, Zanoni, lieber laß mich sterben!"

Sie hatte ihr wallendes Haar aus dem Gesicht ge-strichen, wie sie so sprach; und wie sie nun dastand, dieArme kummervoll herabgesunken, und die Hände gefaltetin der stolzen Bitterkeit ihres eigensinnigen Geistes, wo-durch ihre eigenthümlichc Schönheit neuen Reiz und Zau-ber gewann: da war cs unmöglich, sich einen für Sinneund Herz unwiderstehlicheren Anblick zu denken.

Versuche mich nicht zu Deiner eigenen Gefahrvielleicht Deinem Verderben !" rief Zanoni mit bebenderStimme.Du kannst nicht ahnen, was Du zu fordern imBegriff stehst! Komm!" und vortretend schlang er seinenArm um ihren Leib.Komm, Viola; glaube wenigstensan meine Freundschaft, meine Ehre, meinen Schutz"

Und nicht Deine Liebe," sagte die Italienerin,vorwurfsvolle Blicke auf ihn heftend. Diese Augen be-gegneten denseinigen, und er konnte sich dem Zauber ihresBlickes nicht entziehen. Er fühlte ihr Herz an dem seini-gen klopfen; ihr Athen: berührte warm seine Wange. Erzitterte er, der erhabene, der geheimnißvolle Zanoni,der hoch über seinem Geschlecht zu stehen schien! Miteinem tiefen, brennenden Seufzer flüsterte er:Viola,ich liebe Dich! Oh!" fuhr er leidenschaftlich fort, undsie loslassend, warf er sich ihr plötzlich zu Füßen.Ichbin nicht mehr der Gebieter wie man um das Weib