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eher, als ob der Gedanke an Dich hinreichte, jede Fes-sel von meinem Geiste abzustreifen. Ich schwimme indem stillen Meere des Lichts, und nichts scheint zu hochfür meine Schwingen, zu glanzvoll für mein Auge.Meine Unwissenheit war es, welche mich Dich fürchtenmachte. Ein Wissen, wie es nicht in Büchern vorhan-den, scheint Dich wie eine Atmosphäre zu umwehen.Wie Wenig habe ich gelesen! — wie Wenig gelernt!Und doch, wenn Du an meiner Seite bist, ist mir, alswäre der Schleier von aller Weisheit und von der ganzenNatur weggehobcn. Ich fahre zusammen, wenn ich nurdie Worte ansehe, die ich so eben geschrieben; es ist mir,als kämen sie nicht von mir selbst, sondern wären die Zei-chen einer andern Sprache, die Du mein Herz gelehrtund die meine Hand rasch hinzeichnet, als diktirtest Dusie ihr. Manchmal, wenn ich sinne oder schreibe, könnteich mir fast einbilden, ich höre leichte Flügel mich um-flattern, nud.sehe dämmernde, schöne Schatten um michschweben und mir zulächclnd verschwinde». Kein unru-higer und fürchterlicher Traum kommt mir jetzt je imSchlafe, und doch ist mein Schlafen und mein Wachengleicherweise nur wie Traum. Im Schlaf wandere ichmit Dir — nicht auf den Pfaden der Erde, sondern durchunfaßbare Lust — eine Luft, welche Musik scheint —answärts und aufwärts, wie die Seele emporsteigt beiden Tönen einer Leier! Bis ich Dich kannte, war icheine Sklavin der Erde, Du hast mir die Freiheit des