Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

scheu Schrecke» nntcr die Zuhörer geworfen, »nd lieberwürden sic einem Ticgcr in seinem Lager cntgegcngc-stürzt scpn, als dem erhobenen Dolch und wilden Ant-litz des grimmen Unbekannten.

O mein Vater," sprach jetzt eine leise, wankendeStimme, die den Mohren wie ein Lant ans dem Grabdurchschauderic,kämpfe nicht gegen die Beschlüsse desHimmels. Dc-ne Tochter ward zu ihrer heiligen Wahlnicht gezwungen. In Dcmnth, aber in Glauben, zuder Lehre Christi bekehrt, wünscht sic nicktS Anderesauf Erden, als das heilige, ewige Gelübde abzu-lcgcn."

Ha!" stöhnte der Hebräer, indem er die ihm zuFüßen Fallende Plötzlich los ließ,so Hab' ich dennwirklich das Acrgstc vernommen! Der Schleier istzerrissen der Geist hat den Tempel verlassen. DeineSchönheit ist entheiligt; Deine Gestalt ist nur noch ver-ächtlicher Staub. Hund!" rief er grimmiger und blickteauf das unbewegte Gesicht des Zngnisitors,das ist DeinWerk! aber Du sollst nicht trinmphircn! Hier,vor Deinem Altar bict' ich Dir Tror, wie vorher nn-ttr den Folterbänken Deines entmenschten Gerichtshofs. So so so befreit Almamcn, der Jude, dieLetzte seines Hauses von dem Fluch des Galiläers."

Halt, Mörder!" rief eine Donnerstimme und einbewaffneter Mann brach durch die Menge und standvor dem Wüthendcn. Es war zn spät: dreimal hatteder Stahl des Hebräers die unschuldige Brust durch-drungen; dreimal hatte er sich mit dem jungfräulichen