Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

82

lächelte, wenn sic emporblicktc, oder wenn ihr Augedas Crncisir und den Todtenkopf ans dem rauhenTisch neben ihrem Strohlager faßte. So wäre» csdenn Zeichen des Todes hicnicdcn und des Lebensdort droben, was ihr, vielleicht, zur Quelle eines dop-pelten Trostes wurde.

Noch saß sic in tiefen Gedanken, als ein leichtesKlopsen an der Thiir sich hören ließ, und die Acbtissindes Klosters hcrcintrat.

Tochter," sprach sie,ich bringe Dir den Trosteines -eiligen Besuches. Die Königin von Spanien,mütterlich besorgt für Deine volle Zufriedenheit mitDeinem Loose, hat einen heiligen Mönch hichcr gesen-det, dessen Bcrathungen sic für sanfter hält, als die-jenigen unseres Bruders Thomas; demi dieser erschrecktoft durch seinen glühenden Eifer Diejenigen, die seinedles Gemüth nur läutern und leiten will. Ich willihn allein bei Dir lassen. Mögen die Heiligen seinAmt segnen!" Mit diese» Worten zog sich die Acb-tissin zurück, und ließ eine Gestalt i» einem MönchS-gcwand, die Kapuze übcr's Gesicht gezogen, herein.Der Bruder neigte den Kopf sanft, schloß die Zelleab und setzte sich ans einen Stuhl, der nebst demTisch und dem Strohlager das einzige Gerät- desdürftige» Gemaches zu scpn schien.

Tochter," hob er nach einer Pause an,cs istein rauhes und trübes Loos, also zu entsagen derErde und all' ihren Schönheiten »nd zarten Banden,für Jeden, der für ein solches Opfer nicht vollkommen