Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

mußte, an welchen er sich, ohne solchen Vorschub, nichtverbergen konnte.

Nach wenigen Minuten langten mehrere von denSoldaten im Schloß an, begnügten sich jedoch, sobaldsie den Namen seines Eigcnthümers erfuhren, mitDurchsuchung des Gartens und der zu ebener Erdeliegenden Gelasse. Nachdem sie der Dienerschaft einwachsames Auge empfohlen, setzten sie sich wieder zuPferde und sprengten weiter, die Ebene zu durchstrei-fen, über welcher jetzt langsam Sternenlicht und Däm-merung aufstiegcn.

Als Lcila sich endlich in das Gemach stahl, inwelchem Almamcn verborgen war, fand sie ihn aufseinem Mantel gjchgcstreckt in tiefem Schlafe. Bei' der Erschöpfung durch Alles, was er ausgestandcn und

> der Sänftiguug seiner starren Nerven durch das Zu-

sammentreffen mit seiner Tochter, war der Schlummerdes wilden Wanderers so ruhig, wie der eines Kindes.' Und fast schien ihr gegenseitiges Verhältniß umgekehrt,und die Tochter zur Mutter geworden, die bei ihremi jungen Sprößling wacht, wenn sich Leila jetzt neben

i den Vater nicdersctzte und die Augen, in welche die

Z Thränen trotz allem Wcgwischcn immer wicdcrkehrten,H auf seine abgcmühtcn aber stillen Züge heftete, die bei< dem ruhigen, durchs Fenster schimmernden Licht nocht stiller wurden. Und so verstrichen die Stunden der' Nacht, und Vater und Kind, die sanfte Neubekehrtej und der rachedurstigc Schwärmer, waren unter dcm-! selben Dache.