Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
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eine seinen Nachsctzern so günstige Ocrtlichkeit hin waraugenscheinlich umsonst. Keine Wahl blieb, als ent-weder ans dem von den Reitern nmschwärmtcn Pfadzurückzukchrcn, oder sich dem dürftigen und gefahr-vollen Versteck, das ihm die Gebüsche im Burggartcnbieten mochten, anznvertrauen. Er entschloß sich zuLetzterem, überstieg die niedere Mauer des Platzes,und sprang in ein Dickicht übcrhangcnder Eichen undHaselnüsse hinab.

In dem Garten saßen um eben die Stunde zweiDamen neben einem kleinen Brunnen: die eine vonetwas vorgerückten Jahren, die andere in der Blütejungfräulichen Alters. Aber die Blüte war allzufrühverwelkt, und weder der Glanz noch das Wcllcnspicldes Fleisches, das ihrem Alter entsprochen hätte, zeigtesich in der Marmorblässc und nachdenklichen Trauerihres schönen Gesichtes.

Ach, meine junge Freundin," sprach die ältereDame,in diesen Stunden der Einsamkeit und Stillefühlen wir die Nichtigkeit des Lebens am tiefsten. Du,meine thcnrc Bekehrte, bist nicht mehr der Gegenstandmeines Mitleids, sondern meines Neides, und ichfühle im Innersten die gefegte Ruhe, welche DeinGeist im Schoße der Mutter Kirche genießen wird.Selig sind Die, welche jung sterben; aber dreimalselig Die, welche nicht sowol im Fleisch, als im Geiststerben; welche todt sind für die Sünde, aber nichtfür die Tugend; für die Angst, aber nicht für dieHoffnung; für die Menschen, aber nicht für Gott."