Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

vor sich. Aber nicht mehr war die kräftige Mannes-fignr in das weite, friedliche Gewand des morgcnlän-dischcn Santons gehüllt. Eine vollständige Rüstungschirmte die breite Brust und die nervigen Glieder;nur das Haupt war unbedeckt und auf den vertreten-den, auödruckvollcn Zügen flammte diesmal nicht my-stische Begeisterung, sondern kriegerische Kraft. Inder rechten Hand hielt er ein gezogenes Schwertin der linken den Schaft einer schneeweißen, schim-mernden Fahne.

So nnvcrmuthct kam die Erscheinung und so auf-geregt war das Gcmüth des Königes, daß selbst einübernatürliches Wesen kaum mehr Staunen und Ehr-furcht bei ihm hcrvoigcrufcn haben würde.

Beherrscher Granada's," sprach Almamcn,die !Stunde ist endlich gekommen: geh hin und siege!Keine Aussicht zu Frieden oder Verglich mit dem Chri-stcnkönig! Auf Deinen Wunsch war ich bei ihm, abernur meine Zauberkunst schützte das Leben Deines Boten.Freue Dich! Dein böses Geschick ist vou Dir wcggc-wälzt, wie eine Wolke durch den Sonncnglanz. DieGenien des Morgenlandes haben dieses Banner ansden Stralcn wohlthätigcr Sterne gewoben. Es sollvor Dir her leuchten in der Schlacht, cs soll sich erhe-ben über den Ströme» des ChristenblutcS. Wie derMond den Schoß der Fluten anschwellt, soll cs dieWogen des Krieges erheben!"

Mann des Geheimnisses I Du hast mir ein neuesLeben crthcilt!"